Streuobst ist Kulturlandschaft

Streuobstwiesen sind Teil einer historisch gewachsenen Kulturlandschaft. Apfel-, Birnen-, Kirschen- und Pflaumenbäume unterschiedlichen Alters stehen hier meist als Hochstämme „verstreut“ und werden nicht intensiv gepflegt.
In Mitteleuropa zählen Streuobstwiesen zu den artenreichsten Lebensräumen und leisten einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der biologischen Vielfalt. Sie prägen das heimische Landschaftsbild und haben positive Auswirkungen auf die Naturgüter: Boden und Wasser, Klima und Luft und natürlich auch auf den Menschen.
   

Streuobst mit Historie

Archäologische Funde belegen, dass die Anfänge des Obstbaus in Mecklenburg-Vorpommern bis in die frühgeschichtliche Zeit zurückreichen.
Im 19. Jahrhundert hatten die Bauern meist nur wenig Anbaufläche. So pflanzten sie Obstbäume entlang von Wegen und locker auf Wiesen verteilt. Die Wiesen konnten weiter beweidet oder aber als Ackerlandschaft verwendet werden. Auf diese Weise erfuhr der Streuobstanbau im 19. und 20. Jahrhundert seinen Höhepunkt.
Das Gros der heute bestehenden Streuobstwiesen sind in den 1930er-Jahren angepflanzte Bäume mit begrenzter Lebenserwartung.